Auszeichnung für Schweizer Paraplegiker-Zentrum SPZ
Das erste "Singende Krankenhaus" der Schweiz
Jeden Samstag wird im Andachtsraum gesungen: Lieder aus den verschiedensten Stilrichtungen und Sprachen kommen dabei zum Zuge. Mit dabei sind Patienten, Angehörige und Mitarbeitende der Schweizer Paraplegiker-Gruppe in Nottwil. Nun wurde das SPZ als erstes «singendes Krankenhaus» der Schweiz ausgezeichnet.
Die Musiktherapie ist seit Jahren ein fester Bestandteil des Therapieangebotes für querschnittgelähmte Menschen im SPZ. Zusätzlich wird seit zwei Jahren wöchentlich ein «offenes Singen» für Patienten, Angehörige und Mitarbeitende organisiert. Im Andachtsraum findet das Wunschkonzert statt. Auf diese Weise ist ein 90-seitiges Liederbuch mit allerlei Wünschen von Patienten zustande gekommen, das laufend erweitert wird: Volkslieder, Mantras, Kraftlieder, Songs und Schlager in diversen Sprachen. Ob deutsch, französisch, italienisch oder englisch: Die Patienten überwinden so Sprachbarrieren, Kontakte werden geknüpft und das Selbstvertrauen steigt. Die Energie des gemeinsamen Singens wirkt sich ebenfalls positiv auf die Atmung und die Stimmung aus. Nebst der Freude am gemeinsamen Singen hat es aber auch Platz für Tränen. Inzwischen kommen vermehrt ambulante Patienten an das «offene Singen», welche die Atmosphäre während ihres Aufenthaltes im SPZ geschätzt haben. So gestaltet sich jeder Samstag wieder neu – je nach den singenden Gästen.
Die Akut- und Rehabilitationsbehandlung:
Die Akut- und Rehabilitationsbehandlung umfasst in der Regel folgende, sich teilweise überschneidende Zeitabschnitte: - Akutphase: Notfallversorgung, Wirbelsäulenchirurgie, Intensivstation mit Stabilisation der lebenswichtigen Funktionen wie Kreislauf und Atmung; Sicherstellung der Blasen- und Darmentleerung. - Grundlagenphase: Stabilisierung des Gesundheitszustandes; regelmässige Mobilisierung im Rollstuhl; schrittweise erlernen der alltäglichen Verrichtungen. - Aktivitäts-, Aufbau, und Lernphase: Umgang mit dem gelähmten Körper kennenlernen; Verantwortung für Blasen- und Darmentleerung, Ernährung und Hautkontrolle übernehmen; Schulung von Angehörigen; erste Wochenendurlaube zuhause. Höchstmögliche Selbständigkeit erreichen, Fähigkeiten festigen; Sicherheit entwickeln, Gefahren erkennen, lernen, mit Komplikationen umzugehen. - Austrittsphase: Abschluss des stationären Aufenthalts. Der Betroffene ist jetzt Spezialist für den Umgang mit seiner Lähmung. Er ist darauf vorbereitet, ein dem Lähmungsgrad entsprechendes, selbständiges Leben zu führen.
Das Schweizer Paraplegiker-Zentrum:
Das Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) wurde 1990 von Dr. med. Guido A. Zäch eröffnet. Das SPZ ist eine private, landesweit anerkannte Spezialklinik für die Erstversorgung, Akutbehandlung, ganzheitliche Rehabilitation und lebenslange Betreuung von Querschnittgelähmten sowie Menschen mit querschnittähnlichen Syndromen. Mehr als 15‘000 Para- und Tetraplegiker wurden seit 1990 in Nottwil behandelt. Im SPZ stehen 140 Betten inklusive Intensivpflegestation zur Verfügung. Die jährliche Bettenbelegung beträgt über 90%. 2010 wurden im SPZ mehr als 47‘000 Pflegetage geleistet. Der durchschnittliche Pflegeaufwand pro Patient beträgt täglich über sechs Stunden. Das SPZ beschäftigt rund 900 Mitarbeitende. Die Spezialklinik gehört zur Schweizer Paraplegiker-Gruppe, welche ein integrales Netzwerk zur ganzheitlichen Rehabilitation von Querschnittgelähmten bildet. Trägerschaft des Netzwerks ist die Schweizer Paraplegiker-Stiftung.
Mehr Infos unter » www.paranet.ch
